Im Kunstgeschichte-Studium wird viel gelesen und noch mehr beschrieben. Diese sechs Bücher decken ab, was dafür gebraucht wird: die Einführung ins Fach, den großen Überblick, die Bauformen, die Bildthemen und das Lexikon für Hausarbeiten. Handverlesen und redaktionell eingeordnet. Zuletzt aktualisiert am 28. August 2026.

Am Ende der Seite steht ein eigener Abschnitt zum Leipziger Whois Verlag, der bis 2016 das Künstlerverzeichnis „Who’s Who in Visual Art“ herausgab: Zu den Büchern des Whois Verlag.

Welches Buch passt zu dir?

Studienbeginn

Einführungen, die zeigen, wie das Fach arbeitet, und der Überblick über die Epochen.

Seminar und Referat

Bauformen bestimmen, Bildthemen erkennen, Werke sauber beschreiben.

Hausarbeit

Nachschlagewerke, die Begriffe mit Forschungsstand und Literaturhinweisen liefern.

6 Buchempfehlungen

Einführung in das Studium der Kunstgeschichte: [Reclam premium] (Reclams Universal-Bibliothek)

Reclam Philipp Jun.

Einführung in das Studium der Kunstgeschichte: [Reclam premium] (Reclams Universal-Bibliothek)

Der Reclam-Band zeigt das Fach von innen: Arbeitsweisen, Epochen, Gattungen, Institutionen und die Frage, was nach dem Abschluss kommt. Für elf Euro der günstigste Weg, das Studium vorab kennenzulernen.

Vorteile

  • Günstig und kompakt
  • Beschreibt den Studienalltag, nicht nur die Theorie

Nachteile

  • Ersetzt kein Methodenbuch

Fazit: Das erste Buch, das man vor dem ersten Semester lesen sollte.

Kunstgeschichte: Eine Einführung

Reimer, Dietrich

Kunstgeschichte: Eine Einführung

Seit 1985 die Standardeinführung ins Fach. Fünfzehn Autorinnen und Autoren erklären, womit Kunsthistoriker arbeiten, welche Methoden es gibt und wie man sie anwendet.

Vorteile

  • Deckt die Methoden des Fachs vollständig ab
  • In vielen Proseminaren Pflichtlektüre

Nachteile

  • Anspruchsvoll geschrieben, kein Buch für nebenbei

Fazit: Das Fachbuch, an dem im Studium kein Weg vorbeiführt.

Die Geschichte der Kunst

PHAIDON

Die Geschichte der Kunst

Der Überblick von der Höhlenmalerei bis in die Moderne, erzählt in einem Ton, den man tatsächlich gerne liest. Millionenfach verkauft und noch immer der beste Einstieg in die großen Zusammenhänge.

Vorteile

  • Erzählt Zusammenhänge statt Jahreszahlen
  • Sehr gut bebildert

Nachteile

  • Westeuropäisch geprägt, außereuropäische Kunst kommt kurz

Fazit: Der Klassiker für den Überblick, den Vorlesungen voraussetzen.

Baustilkunde (36. Auflage 2024): Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart

Prestel

Baustilkunde (36. Auflage 2024): Das Standardwerk zur europäischen Baukunst von der Antike bis zur Gegenwart

2.800 Zeichnungen zu Grundrissen, Fassaden und Details der europäischen Baukunst von der Antike bis heute. Wer Bauformen bestimmen muss, findet sie hier schneller als in jedem Fließtext.

Vorteile

  • 2.800 eigene Zeichnungen des Autors
  • Zum Nachschlagen im Seminar gemacht

Nachteile

  • Auf europäische Architektur beschränkt

Fazit: Das Nachschlagewerk für alles Gebaute.

Handbuch der Ikonographie: Sakrale und profane Themen der bildenden Kunst

wbg Philipp von Zabern

Handbuch der Ikonographie: Sakrale und profane Themen der bildenden Kunst

Sakrale und profane Bildthemen der abendländischen Kunst, geordnet und erklärt. Hilft bei der Frage, die in jeder Klausur kommt: Wer ist auf dem Bild zu sehen und woran erkennt man das?

Vorteile

  • Ordnet die Bildthemen systematisch
  • Viele Abbildungen zum Vergleich

Nachteile

  • Mit 64 Euro die teuerste Anschaffung der Liste

Fazit: Für Bildbeschreibung und Ikonographie das Standardwerk.

Metzler Lexikon Kunstwissenschaft: Ideen, Methoden, Begriffe – Sonderausgabe

J.B. Metzler

Metzler Lexikon Kunstwissenschaft: Ideen, Methoden, Begriffe – Sonderausgabe

Artikel zu Ideen, Methoden und Begriffen des Fachs, jeder mit Literaturhinweisen. Die Sonderausgabe kostet einen Bruchteil der gebundenen Fassung.

Vorteile

  • Begriffe mit Forschungsstand und Literatur
  • Als Sonderausgabe deutlich günstiger

Nachteile

  • Setzt Grundkenntnisse voraus

Fazit: Das Nachschlagewerk für Hausarbeiten.

Der Studiengang im Detail

Worum es geht

Kunstgeschichte untersucht Bilder, Skulpturen, Bauwerke und Objekte in ihrem historischen Zusammenhang. Es geht nicht darum, Werke schön zu finden, sondern darum, sie genau zu beschreiben, einzuordnen und zu deuten. Wer das Fach studiert, lernt vor allem eines: hinsehen und das Gesehene in Worte fassen.

Das Studium

Der Bachelor dauert sechs Semester, der Master vier. Neben Vorlesungen zu den Epochen stehen Proseminare zu Methoden, Bildbeschreibung und Architekturanalyse auf dem Plan, dazu Exkursionen in Museen und zu Bauwerken. Viele Universitäten verlangen Lateinkenntnisse und eine zweite Fremdsprache, oft Französisch oder Italienisch. Wer das noch nicht hat, holt es in den ersten Semestern nach.

Prüfungen und Abschluss

Geprüft wird über Referate, Klausuren und vor allem Hausarbeiten. Die schriftliche Werkanalyse zieht sich durch das ganze Studium und entscheidet über die Noten. Am Ende steht die Bachelorarbeit, meist zu einem eng gefassten Thema aus einem Seminar.

Perspektiven

Klassische Wege führen ins Museum, in die Denkmalpflege, in Galerien, Auktionshäuser und den Kunsthandel. Dazu kommen Verlage, Kulturmanagement, Journalismus und die Öffentlichkeitsarbeit von Kultureinrichtungen. Der Einstieg läuft häufig über ein Volontariat, und der Arbeitsmarkt ist eng. Praktika, ein zweites Standbein und Sprachen helfen deutlich mehr als eine gute Note allein.

Quelle: BERUFENET, Bundesagentur für Arbeit

FAQ zum Kunstgeschichte-Studium

Welches Buch sollte ich vor dem ersten Semester lesen?

Die Reclam-Einführung von Susanna Partsch. Sie kostet elf Euro und beschreibt, wie das Fach tatsächlich arbeitet.

Brauche ich Gombrich wirklich noch?

Ja. Vorlesungen setzen den groben Überblick über die Epochen voraus, und kein Buch vermittelt ihn so gut lesbar.

Wofür ist die Baustilkunde gut?

Für alles Gebaute. Wer im Seminar ein Portal, ein Gewölbe oder eine Fassade benennen muss, findet die Form dort als Zeichnung.

Was ist Ikonographie und brauche ich dazu ein eigenes Buch?

Ikonographie klärt, welche Figur auf einem Bild zu sehen ist und woran man sie erkennt. Für Klausuren mit Bildvorlage ist ein Handbuch dafür sehr hilfreich.

Lohnt sich ein Lexikon neben dem Internet?

Für Hausarbeiten ja. Die Artikel im Metzler nennen Forschungsstand und Literatur, und beides lässt sich zitieren.

Wie viel muss ich für die Grundausstattung einplanen?

Die Einführungen liegen zwischen elf und 35 Euro. Die großen Nachschlagewerke sind teurer und lassen sich anfangs auch in der Bibliothek nutzen.

Bücher des Whois Verlag

Unter der Adresse whoisverlag.de erschien bis 2016 das Künstlerverzeichnis „Who’s Who in Visual Art“ des Leipziger ART DOMAIN Verlags. Die Reihe stellte alle zwei Jahre Positionen aus Malerei, Grafik, Digitalkunst, Skulptur und Fotokunst vor, jeder Beitrag mit Bildstrecke und Kurzbiografie, durchgehend deutsch und englisch. Der Verlag arbeitet unter anderer Adresse weiter, die Bände selbst gibt es nur noch in Restbeständen. Diese drei sind aktuell lieferbar.

Who's Who in Visual Art . Vol. 2011-2012: 100 Fine Art Photographers

Who's Who in Visual Art . Vol. 2011-2012: 100 Fine Art Photographers

Der Fotografie-Band der Reihe stellt hundert Positionen aus der künstlerischen Fotografie vor, jede mit Bildstrecke und Kurzbiografie. Zweisprachig deutsch und englisch.

Vorteile

  • Hundert Fotokünstler mit Bildstrecken
  • Zweisprachig angelegt

Nachteile

  • Nur noch als Restbestand zu haben
  • Mit 72 Euro deutlich teurer als die anderen Bände

Fazit: Der ergiebigste Band der Reihe, wenn es um Fotokunst geht.

42 Masters of Realistic Imagery . 2012-2013 . Who's Who in Visual Art

42 Masters of Realistic Imagery . 2012-2013 . Who's Who in Visual Art

Ein Sonderband der Reihe, der sich auf realistische Malerei und Zeichnung beschränkt. 42 Positionen, jeweils mit mehreren Abbildungen und Angaben zu Technik und Werdegang.

Vorteile

  • Enger gefasst als die Hauptreihe
  • Schwerpunkt realistische Malerei und Zeichnung

Nachteile

  • Auswahl bildet keinen Forschungsstand ab
  • Restbestand, Nachdruck unwahrscheinlich

Fazit: Der günstigste Weg, die Machart der Reihe kennenzulernen.

Who's Who in Visual Art: 100 Artists in Painting, Graphic Arts, Digital Arts, Sculpture. Vol. 2010-2011

Who's Who in Visual Art: 100 Artists in Painting, Graphic Arts, Digital Arts, Sculpture. Vol. 2010-2011

Der erste Band der Reihe mit hundert Künstlerinnen und Künstlern aus Malerei, Grafik, Digitalkunst und Skulptur. Zeigt, wie breit der Verlag die bildende Kunst um 2010 gefasst hat.

Vorteile

  • Alle vier Gattungen in einem Band
  • Antiquarisch für unter zehn Euro zu finden

Nachteile

  • Oft nur ein einziges Exemplar verfügbar
  • Stand von 2010, seither nicht fortgeschrieben

Fazit: Der Einstiegsband der Reihe, wenn er gerade lieferbar ist.